Türöffner-Arztschaltung
Überblick
Bei der Funktionalität einer Türöffner-Arztschaltung handelt es sich um die Immitation einer Sprechstundenhilfe, die nach dem Klingeln des Patienten am Eingang der Arztpraxis den Türöffner bedient, um dem Patienten Einlass zu gewähren.
Oftmals ist es in Arztpraxen so, dass gar keine Sprechstundenhilfe dauerhaft am Anmeldungsschalter tätig ist oder sich das Personal nicht ständig mit solch trivialen Tätigkeiten wie "Türöffnung nach Klingeln von neu ankommenden Patienten" befassen will oder soll. In solchen Fällen ist dann eine automatische Türöffnersteuerung wünschenswert, die umgangssprachlich als Arztschaltung bezeichnet wird.
Insbesondere bei viel Kundenverkehr kann es extrem störend sein, dass während der Sprechstunden ständig die Klingel geht, obwohl eine solche Arztschaltung sich um die automatischen Türöffnung kümmert. Um unnötige akustische Störungen zu vermeiden, wird daher oftmals bei Aktivierung der Arztschaltung gleichzeitig das Läutewerk deaktiviert.
Zur grundsätzlichen Funktionsweise und den möglichen Einsatzgebiete dieser Türöffner-Zeitsteuerung lesen Sie bitte im nachfolgenden Abschnitt weiter.
Türöffner-Arztschaltung in offener Bauform für den Einbau in eine Unterverteilerdose oder ein vorhandenes Gehäuse bzw. Panel
Türöffner-Arztschaltung in Gehäuse, kombiniert mit Schlüsselschalter und Blink-LED
(andere Gehäuse auf Anfrage verfügbar)
Als günstigste Version wird die Türöffner-Arztschaltung in der Bauform als offene Leiterplatine angeboten (Schutzart beachten) und kann mit verschiedenen Befestigungsvarianten (für die Leiterplatine) geliefert werden. Eine Hilfsspannung von 8-12V~ sollte zur Verfügung stehen, denn diese wird bei Türöffneranlagen typischerweise verwendet (andere Spannungen auf Anfrage).
Auf Anfrage stehen verschiedene Kunststoffgehäuse für die Aufputz-Montage zur Verfügung: deren Auswahl bestimmt sich im Wesentlichen dadurch, ob die Hilfsspannungsversorgung über die vorhandene Sprechanlage, über ein zusätzliches Steckernetzgerät oder über ein integriertes Batteriefach erfolgt. Soll das Gehäuse in einem für Besucher zugänglichen Bereich montiert und die Arztschaltung durch einen eingebrachten Schalter aktiviert werden, so ist - aus Sicherheitsgründen - dringend die Verwendung eines Schlüsselschalters empfohlen.
Funktionsweise und Einsatzgebiete
Von unserer bewährten Universellen Türöffner-Zeitsteuerung wünschten sich einige Kunden eine bestimmte Funktionalität, die bislang nur durch zwei hintereinander geschaltete Zeitsteuerungen erreicht werden konnte. Auch wenn die Vorstellungen im Detail leicht voneinander abwichen, die Anforderungen konnten letztendlich alle auf den bereits oben beschriebenen Gedanken zurückgeführt werden:
Ein Patient klingelt an der Praxistüre,
einige Sekunden später wird der Türöffner aktiviert (vermeintlich von der Sprechstundenhilfe),
der Patient öffnet die Türe und tritt ein,
der Türöffner wird wieder deaktiviert.
Da die Türöffner-Arztschaltung auf der Universellen Türöffner-Zeitsteuerung basiert, weist sie identische Abmessungen und die gleiche Anschlussbelegung auf. Anstelle von drei Potentiometern sind hier - prinzipbedingt - nur zwei notwendig, es wurden allerdings zwei Leuchtdioden hinzugefügt, die den jeweiligen Betriebszustand signalisieren.
Nach kurzer Betätigung des Klingeltasters (Ansteuersignal) läuft eine Verzögerungszeit ab, die mit dem linken Potentiometer zwischen 2 und 20 Sekunden eingestellt werden kann. In dieser Zeit wird die rote Leuchtdiode aktiviert.
Nach Ablauf der Verzögerungszeit wird der Türöffner (Steuerausgang) aktiviert und es läuft eine Impulsdauer ab, die mit dem rechten Potentiometer zwischen 1 und 10 Sekunden eingestellt werden kann. Sobald diese Zeit läuft, wird die rote Leuchtdiode deaktivert und die grüne Leuchtdiode aktivert.
Nach Ablauf der Impulszeit wird der Türöffner (Steuerausgang) und auch die grüne Leuchtdiode wieder deaktiviert.
Der Zyklus kann von neuem beginnen, vorausgesetzt der Klingeltaster wurde zwischenzeitlich auch losgelassen (ein andauerndes Ansteuersignal führt also nicht zu einer ungewollten Funktion).
Bei den Einsatzgebieten geht es eigentlich immer um irgend eine Art von Zutrittssteuerung. Egal ob als
klassische Anwendung (Türklingel bei Arzt- oder Massagepraxen etc.),
bei einem nach dem Hauseingang vorhandenen zusätzlichen Vorraum mit Türe (Windfang),
einem der Haustüre vorgelagerten Gartentor (Grundstückszugang) oder auch
im privaten Umfeld, bei dem ohne besondere Aktionen des Bewohners ein Zugang zur Wohnung gewährt werden soll. So etwas ist z.B. bei immobilen Menschen hilfreich, bei denen das (ggfs. mehrfache) Betätigen des Türöffners an der Sprechanlage nur umständlich oder gar nicht möglich ist.
Die bedarfsweise Freischaltung der Türöffner-Arztschaltung ist sehr einfach über das Ein- und Ausschalten der Spannungsversorgung (z.B. auch Zeitschaltuhr oder Schlüsselschalter) möglich.
Eine verzögerte Türöffnung ist natürlich auch mit entsprechend montierten Bewegungsmeldern oder Funkfernsteuerungen möglich. Ebenfalls denkbar ist die Kombination mit einem einfachen Zutrittskontrollsystem (elektronisches Zahlenschloss, Fingerabdrucksensor etc.), um damit direkt zwei aufeinanderfolgende Türen anzusteuern. Für mehr als zwei Türen hintereinader kann durch die Kaskadierung mehrere dieser Schaltungen eine Art Schleusenfunktion realisiert werden.
Als beispielhafte Anschlussschemata stehen zur Verfügung:
Anschlussschemata (PDF-Format ca. 550 KB)
Die vollständige Installations- und Inbetriebnahmeanleitung enthält natürlich noch weitere Informationen. Auf Anfrage kann diese Anleitung auch zur Vorabansicht im PDF-Format bereit gestellt werden.
Um auch komplexere Aufgabestellungen realisieren zu können, wurden - speziell für die in Klingelanlagen gebräuchlichen Bedingungen - verschiedene Zusatzplatinen entwickelt. Neben Zweifach-Steuerrelais mit (vergoldeten) Umschaltkontakten oder einem Leistungsrelais mit Entstörgliedern ist auch die Möglichkeit der rückwirkungsfreien Ankopplung von Klingelanlagen an Steuerungen im 230V-Netz (Treppenhauslichtschalter und Ähnliches) gegeben. Auf der Seite Zusatz-Leiterplatinen sind einige dieser nicht-kundenspezifischen Zusatzschaltungen dargestellt.
Alle Schaltungen sind grundsätzlich so ausgelegt, dass sie auch unter kritischen Bedingungen (z.B. starkes Einbrechen der Spannung bei Betätigung des Türöffners aufgrund von zu langen Leitungen oder zu dünnem Drahtquerschnitt) sicher funktionieren. Außerdem können alle Ein- und Ausgänge mit Gleich- oder Wechselspannung betrieben werden, wodurch auch die Umsetzung verschiedener Systeme kein Problem darstellt.
Technische Daten und Ausführung
Stromversorgung: 8-12V AC/DC (normaler "Klingeltrafo", dabei aber auf die Leerlaufspannung achten!)
andere Kleinspannungen (AC<50V, DC<75V) auf AnfrageStromaufnahme: Standby: < 1 mA
Betrieb: < 20 mAEingang: Steuerspannung: 5-15V AC/DC,
Steuerstrom: < 30 mA (bei 12 Volt ca. 20 mA),
Besonderheiten: elektronische Schutzfunktionen, vollständige galvanische Trennung.Ausgang: Dauerbelastbarkeit: 0,75 Ampere / 30V AC/DC,
Kurzfristbelastbarkeit: 1,1 Ampere / 30V AC/DC,
Besonderheiten: Photo-MOS-Relais, mehrfache elektronische Schutzfunktionen, vollständige galvanische Trennung.Kompatibilität: Alle einfachen Klingelanlagen sowie Sprechanlagen in herkömmlicher Mehrdrahttechnik (sogenannten 4+n oder 6+n - Verdrahtung) mit Steuerspannungen im angegebenen Bereich.
Für Sprechanlagen des Herstellers SIEDLE mit einem adernsparendem 1+n-System (HTS/HTC-711/811) bieten wir zusätzlich eine Ankoppelschaltung an, die in die jeweilige Sprechstelle eingebaut wird. Dazu sind an die Siedle-Elektronik zwei Litzen anzulöten, was einem versierter Techniker vorbehalten sein sollte. Auch für das Siedle-Bus-System (BTS/BTC-750/850) gibt es Ankopplungsmöglichkeiten, die ebenfalls etwas zusätzliche Elektronik benötigt.
Der Hersteller RITTO verwendet bei neueren Sprechanlagen das sog. Twin-Bus-System. Für das dazugehörende Wohntelefon 17630 gibt es ebenfalls zusätzlich eine Ankoppelschaltung, bei der fünf Litzen an die Ritto-Elektronik anzulöten sind: eine zusätzliche Hilfsspannungsversorgung kann dagegen dann komplett entfallen.
Bitte sprechen Sie uns auf die genannten Spezialfälle gezielt an.Einstellregler: Verzögerung nach Aktivierung: 2 - 20 Sekunden
Impulsdauer für Ausgang: 1 - 10 Sekunden
(andere Zeitbereiche nach Absprache möglich)Anzeigen: Rote LED: Verzögerung nach Aktivierung läuft...
Grüne LED: Ansteuerung des Türöffners läuft...Abmessungen: Offene Leiterplatine: 47 x 77 x 20 mm (LxBxH) Gehäuse: Offene Leiterplatine: Schutzart IP00 (geschützter Einbau erforderlich)
Auf Anfrage sind für den geschützten Einbau verschiedene Aufputzgehäuse lieferbar (die passende Auswahl hängt von vielen Faktoren ab, bitte sprechen Sie uns gezielt darauf an)Zur Klärung eventueller Fragen zur Technik, zur Bestellung oder zu Preisen und Lieferzeiten können Sie selbstverständlich jederzeit unverbindlich zu uns aufnehmen.
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